(nur Bürgerbüro)
Den Künzeller Himmelsschauplatz besuchen und Sterne beobachten
Die natürliche, dunkle Nachtlandschaft und der (Sternen-)Himmel sind aufgrund der geringen Lichtverschmutzung im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön besonders sicht- und erlebbar. Auch bei uns in Künzell gibt es einige Orte, die wenig Lichtverschmutzung, also wenige künstliche Lichtquellen aufweisen.
Schalten Sie Ihre Haus- und Wohnungsbeleuchtung aus und erleben Sie den zauberhaften Sternenhimmel, entweder auf dem Balkon oder der Terrasse oder z.B.
am Giebelrain, Dietershausen
am Dassenrasen oder auf Loheland
auf dem Wisselsroder Küppel,
am Noppen in Keulos oder
am Himmelsschauplatz in Dietershausen (Nähe Schönstatt Zentrum).
Der Nachthimmel im November
Blaue Abendstunde mit Frühlingsstern und der Rand unserer Milchstraße
„Gegen der Erde Leid gibt es keinen Trost als den Sternenhimmel“, schrieb einst der Dichter Jean Paul (1763–1825). Was uns die Sterne im November bringen, erklären Sabine Frank, Sternenpark-Beauftragte beim Landkreis Fulda, und Hobby-Astronom Dr. Franz-Peter Schmidt in ihrer monatlichen Himmelsvorschau.
Jenseits des Kunstlichts und wieder in der Normalzeit angekommen, beschert uns der frühe Sonnenuntergang schon zum Feierabend nicht nur die wunderschöne Abenddämmerung. Im warmen Restlicht der Sonne fällt im Westen ein sehr heller und kräftig funkelnder Stern auf – es ist Arktur, ein letzter Gruß des Frühlings. Begrüßen dürfen wir ihn wieder ab März in den Abendstunden am Osten.
Den Blick vom Westhimmel in den Zenit hebend, erblickt man Deneb, der die Schwanzfeder des Sommersternbild Schwan markiert. 200-mal passt unsere Sonne nebeneinander in diesen Riesenstern. Nur deshalb können wir ihn trotz seiner enormen Entfernung von mehr als 1.600 Lichtjahren sehen. Bei gleicher Masse wie Arktur mit rund 37 Lichtjahren Entfernung würden wir Deneb nicht mit bloßem Auge sehen.
Deneb befindet sich von der Blickrichtung Erde aus in der wunderschönen Milchstraße, deren sternreiches Zentrum in dieser Jahreszeit nun nicht mehr zu sehen ist. Schaut man Richtung Nordosten, fällt auf, wie die Milchstraße Richtung Cassiopeia, dem markanten Himmels-W, deutlich blasser erscheint. Das liegt daran, dass wir an den Rand der Milchstraße schauen, die als flache Scheibe nach außen hin an Masse abnimmt.
Pegasus, Saturn and friends
Kaum übersehbar zeigt sich nun auch das sehr markante Herbst-Quadrat. Drei seiner Ecksterne markieren den Leib des geflügelten Pferds der Dichter und Denker, Pegaus, der auf dem Rücken liegend stets den Blick von uns Erdlingen wendet. Den vierten Eckstern des Quadrats teilt sich Pegasus mit dem Sternbild Andromeda. Etwas unterhalb strahlt Saturn, der als Planet wie die Erde die Sonne umkreist. Er ist 10-mal weiter von der Sonne entfernt als unser Heimatplanet und braucht dafür 29,5 Erdenjahre.
Eine Etage tiefer befindet sich die wasserreichste Region – im übertragenen Sinne. Unterhalb von Pegasus findet man das Sternbild Fische, und darunter fällt im Sternbild Walfisch besonders der Stern Diphda auf, was das arabische Wort für „Frosch“ ist. Etwas südwestlich grüßt der lichtschwache Wassermann, und am Horizont sieht man den Stern Fomalhaut prächtig funkeln. Als hellster Stern des Sternbilds Südlicher Fisch erlaubt er uns einen Blick auf die Südseite des Himmelsäquators.
Die Mond-Mars-Jupiter-Polonäse und Venus als Morgenstern
Weniger nass geht es am Osthimmel zu. Dort gehen kurz nach Mitternacht der rötliche Mars und kurz danach Jupiter auf. Man kann sie gut erkennen, da sie im Gegensatz zu den Sternen nicht funkeln. In den ersten November-Nächten bilden die beiden Planeten mit unserem abnehmenden Erdenmond regelrecht eine Polonäse. Doch wandert der Mond weiter Richtung Neumondstellung und begegnet auf seinem Weg unserem inneren Nachbarplaneten Venus, die morgens um 6 Uhr jene, die früh aufstehen, am Osthimmel betört.
Mondlicht, helle Sternschnuppen und Rücksicht statt Plastik-Lichterketten
Als hellstes natürliches Licht in der Nacht beeindruckt der Mond nach Neumond am 9. November zunehmend in seiner Sichelstellung. Seine Halbmondstellung am 17. November sollte uns bewusst machen, wie gut wir nachts schon damit sehen können, obwohl die Beleuchtungsstärke noch nicht mal ein halbes Lux erreicht – von Vollmond am 26. November ganz zu schweigen.
Statt in Straßenlaternen oder Lichterketten zu schauen, kann man nun gut die Mondflecken beobachten und zeichnen. Das macht vielleicht auch Lust darauf herauszufinden, wie die Erde zu so einem großen Mond gekommen ist. Und mit etwas Glück zeigen sich auch einige helle Meteore der Sternschnuppenströme der Leoniden.
Kunstlicht aus – Sternenglück an
Dass unser Planet unter unserem übermäßigem Konsumverhalten leidet, ist bekannt. Dazu gehören auch die Plastik-Kunstlichtprodukte, deren Herstellung und Entsorgung allein schon problematisch für die Umwelt sind. Noch dazu vertreiben sie das „wahre“ Licht der Nacht und stören unsere tierischen Gartenbewohner – zum Beispiel Vögel, von denen viele die kalte Winterzeit bei uns verbringen und die wir wie auf Nachtruhe angewiesen sind.
Infos zum Sternenpark Rhön: https://biosphaerenreservat-rhoen.de/sternenpark
Dr. Franz-Peter Schmidt und Sabine Frank, Verein Sternenpark Rhön e.V.