(nur Bürgerbüro)
Den Künzeller Himmelsschauplatz besuchen und Sterne beobachten
Die natürliche, dunkle Nachtlandschaft und der (Sternen-)Himmel sind aufgrund der geringen Lichtverschmutzung im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön besonders sicht- und erlebbar. Auch bei uns in Künzell gibt es einige Orte, die wenig Lichtverschmutzung, also wenige künstliche Lichtquellen aufweisen.
Schalten Sie Ihre Haus- und Wohnungsbeleuchtung aus und erleben Sie den zauberhaften Sternenhimmel, entweder auf dem Balkon oder der Terrasse oder z.B.
am Giebelrain, Dietershausen
am Dassenrasen oder auf Loheland
auf dem Wisselsroder Küppel,
am Noppen in Keulos oder
am Himmelsschauplatz in Dietershausen (Nähe Schönstatt Zentrum).
Der Nachthimmel im Juni
Planetenrendezvous, Sommersonnenwende, SMILE und der Glühwürmchen-Blues
Jede Menge los am Nachthimmel: Was uns die Sterne im Juni bringen, erklären Sabine Frank, Sternenpark-Beauftragte beim Landkreis Fulda, und Hobby-Astronom Dr. Franz-Peter Schmidt in ihrer monatlichen Himmelsvorschau.
„Nun die Sonne soll vollenden ihre längste, schönste Bahn“ – mit diesen Zeilen aus dem Ge-dicht „Sonnenwende“ beschreibt Ludwig Uhland die endlos langen Tage und sehr kurzen Nächte, die uns im Juni bevorstehen. Am 21. Juni erreicht die Sonne um 9.25 Uhr ihren höchsten Stand am Himmel und steht senkrecht über dem Wendekreis des Krebses. Dieser Tag markiert den längsten Tag des Jahres und den Beginn des Sommers auf der Nordhalbkugel.
Göttin trifft auf König
Damit ist der Juni zwar die nachtärmste Zeit – hält in diesem Jahr aber für alle Menschen, die den bestirnten Himmel über uns schätzen und am besten auch schützen, einen der schönsten Himmelsanblicke parat. Es wird schon vielen aufgefallen sein, dass sich schon kurz nach Sonnenuntergang am blauen Westhimmel zwei sehr helle und ein gerade noch sichtbares Gestirn befinden. Der ganz schwach am Horizont erkennbare Merkur wird ganz klar von Jupiter, unserem Riesenplaneten im Sonnensystem und Venus, auch Abendstern genannt, überstrahlt. In der antiken Mythologie ist Venus als Göttin der Liebe bekannt. Jupiter ist das römische Gegenstück zum griechischen Zeus, also der König der Götter. In der ersten Juni-Woche können wir am Himmel verfolgen, wie sich die Liebe dem König nähert und Venus und Jupiter immer näher aneinanderrücken. Am Abend des 10. Juni stehen sie ganz eng nebeneinander und nehmen dann wieder Abschied voneinander, indem die Venus in Richtung Südost weiterzieht. Ab dem 17. Juni gesellt sich der hauchdünne Sichelmond hinzu und wird am 30. Juni den Monat als Vollmond beenden.
SMILE für unseren Superstar Sonne
Es ist unsere Sonne, die Mond und Planeten zum Leuchten bringt und uns diese schönen Himmelsanblicke ermöglicht. Gleichzeitig ist sie ein dynamischer Himmelskörper. Ihre Sonnenwinde sind für Menschen, Flora und Fauna dank des Erdmagnetfelds keine direkte Gefahr – starke geomagnetische Sonnenstürme jedoch können Stromnetze und Navigationssatelliten gefährden. Für ein besseres Verständnis für die Wechselwirkung zwischen Sonnenwind und Erdatmosphäre und eine bessere Vorhersage ist nun die Satelliten-Mission SMILE (Solar wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer) der Europäischen Weltraumorganisation und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften gestartet. Mit an Bord sind auch hier wieder Instrumente höchster deutscher Ingenieurskunst, die auf den umfassenden astronomischen Erkenntnissen der letzten Jahrhunderte aufbauen.
Sternennächte
Abkühlung von der Sommerhitze bieten unsere Sternenächte. Auch wenn sie kurz und nach hinten verschoben sind, bieten die magischen Juni-Sternennächte Abkühlung von der Sommerhitze. Nach Westen gehend räumen die Frühlingssternbilder Löwe und Jungfrau langsam das Feld – im Osten betreten die Sternbildern Leier, Schwan und Adler bereits die himmlische Bühne. Deren Hauptsterne Wega, Deneb und Atair bilden das charakteristische Sommerdreieck, das uns ab jetzt bis in den Herbst hinein begleiten wird. Im Süden dominiert halbhoch am Himmel das Sternbild Bootes mit dem hellen, orangerot funkelnden Arcturus als Hauptstern. Links davon ist mit dem Sternbild nördliche Krone ein kleines, aber auffälliges Sternbild zu sehen, welches aus fünf in einem Halbkreis angeordneten Sternen besteht. Zwischen der nördlichen Krone und der Leier ist im Sternbild Herkules, etwa auf halber Strecke zwischen Wega und Arcturus, in dunklen Nächten ein schwach nebliger Fleck mit bloßem Auge zu erkennen, der sich im Fernglas als Kugelsternhaufen entpuppt. Die kugelförmige Ansammlung beherbergt ca. 100.000 Sterne in einer Entfernung von 25.000 Lichtjahren.
Glühwürmchen-Blues
Vor der Uhrumstellung 1980 dämmerte es in den warmen Nächten des Sommers schon eine Stunde früher, und Groß und Klein konnten noch vor dem Zubettgehen die Glühwürmchen sehen, die wie kleine tanzende Lichter über dem Garten schwebten. Heute verpassen viele Kinder diese magischen Momente. Und das nicht nur wegen der künstlich später einsetzenden Dämmerung – die Glühwürmchen sind auch deutlich seltener geworden. Ein Hauptgrund für das Verschwinden ist, dass die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere zur Partnersuche auf Dunkelheit und ihr eigenes Leuchten angewiesen sind. Die flugfähigen Männchen fliegen durch die Nacht und senden Lichtsignale aus, die die flugunfähigen Weibchen vom Boden aus beantworten – ein fein abgestimmter Liebesdialog aus kurzen Lichtblitzen. Doch die „Glühwürmchen-Hochzeit“ wird durch menschliches Handeln maßgeblich gestört und verhindert: Künstliches Licht von Straßenlaternen, die in Gärten hineinstrahlen, und zusätzlich die LED-Modeerscheinung leuchtender Plastikdeko lassen die zarten Signale der Glühwürmchen untergehen. Die Folge: Die Glühwürmchen finden einander nicht oder nur noch schwer, paaren sich seltener, ganze Populationen brechen zusammen, und nach und nach verlöscht ihr eigenes kleines Liebesfeuer. Doch wenn wir Rücksicht nehmen und bestirnte Nächte nicht gegen Kunstlicht eintauschen, haben die liebenswerten Sommerboten noch eine Chance.
Wunderschöne Aufnahmen und Videos von fliegenden Glühwürmchen im Wald zeigt Carl Herzog aus Idstein auf seiner Webseite: https://www.carl-herzog.de/wetter/nachtaktive-tiere.htm
Infos zum Sternenpark Rhön: https://biosphaerenreservat-rhoen.de/sternenpark
Dr. Franz-Peter Schmidt und Sabine Frank, Verein Sternenpark Rhön e.V.