(nur Bürgerbüro)
Den Künzeller Himmelsschauplatz besuchen und Sterne beobachten
Die natürliche, dunkle Nachtlandschaft und der (Sternen-)Himmel sind aufgrund der geringen Lichtverschmutzung im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön besonders sicht- und erlebbar. Auch bei uns in Künzell gibt es einige Orte, die wenig Lichtverschmutzung, also wenige künstliche Lichtquellen aufweisen.
Schalten Sie Ihre Haus- und Wohnungsbeleuchtung aus und erleben Sie den zauberhaften Sternenhimmel, entweder auf dem Balkon oder der Terrasse oder z.B.
am Giebelrain, Dietershausen
am Dassenrasen oder auf Loheland
auf dem Wisselsroder Küppel,
am Noppen in Keulos oder
am Himmelsschauplatz in Dietershausen (Nähe Schönstatt Zentrum).
Der Nachthimmel im September
Tag- und Nachtgleiche, die Venus im größten Abendglanz und „Erntemond“ am Nachthimmel
"12 Stunden Tag – 12 Stunden Nacht – so wird der Herbstanfang gemacht“ reimt fröhlich der Sternenpoet Roland Müller. Und nach einem gefühlt endlos langen Sommer und ereignisreichen Sternenpark-Wochen kommt der September nun leise: Die Tage werden kürzer und die Dämmerung setzt früher ein. Der Herbst naht – und das zeigt sich allmählich auch am Himmelszelt. Wenn die Erde am 23. September um 1 Uhr nachts auf ihrer Reise um die Sonne den Herbstpunkt erreicht, sind Tag und Nacht auch auf unseren Breitengraden annähernd gleich lang.
Die „sie kann nicht anders“-Venus, der Mond und die Planeten
Schon kurz nach Sonnenuntergang lohnt sich der Blick nach Südwesten. Auffällig leuchtet unser innerer Nachbarplanet in der Dämmerung und macht ihrem Beinamen als so genannter Abendstern alle Ehre. Bis zum 19. September erreicht sie als Glanzlicht des Abendhimmels ihre größte Helligkeit. Danach zieht sie – für unsere Blicke verborgen – zwischen Erde und Sonne hindurch und zeigt sich im November wieder als Morgenstern vor Sonnenaufgang. Während man jeden klaren Abend zur Bewunderung der Venus nutzen kann, lässt sich auch ihr Spiel mit unserem Mond beobachten: Beginnt der September mit der Neumondphase, gesellt sich die hauchdünne Mondsichel nach Neumond am Abend des 14. September zur Venus. Danach entfernen sich beide wieder voneinander. Wenn am 26. September der Vollmond das hellste Licht der Nacht ist, versteht man, warum ein historischer Name des September „Erntemond“ lautet. Er steht dann knapp rechts oberhalb von Saturn. Jupiter und Mars zeigen sich dagegen gnädigerweise in den Morgenstunden den Frühaufstehern.
Der Schwan inmitten der Milchstraße mit einem Stern für die Wissenschaft
Die früher einsetzende Dunkelheit hat den Vorteil, dass man die Sommermilchstraße nun zu angenehmen Uhrzeiten in den Blick nehmen kann. In voller Pracht zeigt sie sich als silbrig schimmerndes Band, das den Himmel von Nordosten nach Südosten quert. Hoch am Himmel – gleichsam mit der Milchstraße über den Himmel fliegend – zeigt sich der Göttervater Zeus in Gestalt des Schwans. Rechts und links davon stehen die beiden weiteren Sommersternbilder Leier und Adler. Der Schwan, lateinisch Cygnus, gehört zu den wenigen Sternbildern, deren Umrisse zum Namen passen: Seine markante kreuzartige Form macht ihn zu einem schönen und leicht erkennbaren Sternbild. Der hellste Stern, Deneb, bildet den Schwanz, der zweithellste Stern, Albireo, den Kopf. Sadr leuchtet als Rumpfstern, während sich rechts und links von ihm die Flügel ausspannen.
Als einer der historisch bedeutendsten Sterne am Himmel gilt jedoch 61 Cygni. Anhand dieses Sterns wurde erstmals die Entfernung zu einem Stern gemessen. Der aus Minden stammende Astronom Friedrich Wilhelm Bessel zeigte 1838 mithilfe dieses Sterns, dass die Erde tatsächlich um die Sonne läuft. Bessel maß das durch die Erdbewegung um die Sonne bedingte minimale Hin- und Herpendeln des Sterns vor dem Hintergrund viel weiter entfernter Objekte. Das von Nicolaus Kopernikus berechnete und durch Beobachtungen Galileis gestützte neue Weltbild erhielt durch Bessels exakte Messungen eine entscheidende Bestätigung. In dunklen Nächten und an Orten ohne Lichtverschmutzung kann man diesen Stern der Wissenschaftsgeschichte sogar mit bloßem Auge sehen.
Alle vier Jahreszeiten am Firmament
Die Früh-Sommersternbilder Bootes mit seinem hellsten Stern Arktur, die Nördliche Krone und Herkules sind bereits nach Westen gerückt. Den Herbst repräsentiert im Osten das Pegasus-Quadrat. Der Große Wagen steht fast am Nordhorizont, weit unter dem Polarstern. Von Nordosten nähern sich Kassiopeia, Perseus und Andromeda und auch schon die ersten Wintersterne. Besondere Aufmerksamkeit sollte nun nochmal der südliche Horizontkreis erhalten: Dort funkelt am Ende der Milchstraße der Schütze in wahrlich voller Pracht. Und könnten wir durch Gas- und Staubwolken weiter blicken, kämen wir in 26.000 Lichtjahren Entfernung zum Zentrum unserer Galaxie – mit unvorstellbaren „Gewicht“ von 4 Millionen Sonnenmassen bildet es das Schwarze Loch, um das alle Sterne am Himmel kreisen.
Infos zum Sternenpark Rhön: https://biosphaerenreservat-rhoen.de/sternenpark
Dr. Franz-Peter Schmidt und Sabine Frank, Verein Sternenpark Rhön e.V.