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Künzell in der Presse

Künzell lebt kommunale Resilienz

Krisenjahre fordern Kommunen finanziell, personell und strukturell heraus. Dennoch ge­lingt es einigen Städten und Ge­meinden, nicht nur zu bestehen, sondern ihre Handlungsspielräu­me sogar gezielt zu erweitern. Ein solches Beispiel ist die osthessi­sche Gemeinde Künzell.

Was Künzell erreicht hat, ist be­merkenswert:

  • einen ausgeglichenen Haushalt trotz Mehrbelastungen,

  • kontinuierliche Rücklagenbil­dung,

  • fristgerechte Haushaltsaufstel­lungen und Jahresabschlüsse;

  • und das alles mit einem unter­durchschnittlichen Personalbe­stand.

Diese Ergebnisse sind kein Zu­fall. Sie sind vielmehr Ausdruck einer konsequenten Steuerungsstrategie. Erfolg ist das Ergebnis und nicht die Ursache. Zentral für das Verständnis des Erfolgs von Künzell ist die richtige Perspek­tive. Die genannten vier Faktoren sind Ergebnis der kommunalen Gesamtstrategie. Sie ist langfris­tig auf Konsolidierung, Effektivi­tät und Professionalität ausgelegt und beinhaltet ein Zusammenspiel folgender Stellschrauben:

Konsequente Haushaltsdisziplin: Trotz inflationsbedingter Mehraus­gaben, steigender Energiekosten und höherer Personalausgaben ist es Künzell gelungen, den Haus­halt jährlich auszugleichen - ohne substanzielle Leistungseinschrän­kungen.

Eigenverantwortliche Einnahmepolitik: Künzell verfügt über eine vergleichsweise durchschnitt­liche Einnahmesituation. Die Ein­nahmen insbesondere bei der Ge­werbesteuer konnten in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert werden. Aber diese Einnahmen sind nicht allein ein „Glücksfall", sondern die Folge aktiver Stand­ort- und Wirtschaftspolitik.

Vorausschauende Rücklagenbil­dung: Rücklagen entstehen nicht nebenbei - sie setzen haushalts­politische Disziplin und bewuss­te Prioritätensetzung voraus. In Künzell wurden Mehreinnahmen zur Stärkung der Finanzbasis ein­gesetzt.

Hohe Leistungsfähigkeit trotz geringer Personalressourcen: Besonders hervorzuheben ist, dass all diese Erfolge mit einem unterdurchschnittlichen Perso­nalbestand erreicht wurden. Die Gemeinde Künzell hat Strukturen und Prozesse so effizient organi­siert, dass sie mit weniger Perso­nal verlässlich, termintreu und rechtssicher arbeitet. Möglich wird dies durch klare Zuständigkeiten, einen hohen Digitalisierungsgrad in den Kernaufgaben und ein priorisiertes Aufgabenmanagement. Natürlich ist Künzell nicht oh­ne Weiteres auf andere Kom­munen übertragbar. Die rela­tiv günstige Lage bildet eine Voraussetzung, die nicht alle Ge­meinden in Hessen teilen. Doch die Lehren aus Künzell gehen über die günstige Lage hinaus.

Künzell ist keine Blaupause: Entscheidend ist der bewusste Umgang mit vorhandenen Spiel­räumen und die Fähigkeit, Hand­lungsfähigkeit zu sichern, bevor sie verloren geht.

In einer Zeit, in der viele Kom­munen in eine reaktive Steuerung gedrängt werden, steht Künzell für das Gegenteil: strategisches, proaktives Verwaltungshandeln, das auf solide Finanzen, verläss­liche Prozesse und zukunftsfeste Organisation setzt. Künzell zeigt auf, wie selbst bei begrenztem Per­sonal fristgerecht und erfolgreich gearbeitet werden kann.

Lesen Sie mehr zu diesem The­ma im Kommunalbericht 2025, Hessischer Landtag, Drucksa­che 21/2980 vom 21. November 2025, S. 46 ff.

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