(nur Bürgerbüro)
Der Pfaffenweg in Künzell-Bachrain zum Florenberg
Ein „Pfaffe“ ist eine alte Bezeichnung für einen Priester oder Geistlichen.Ein Pfaffenpfad oder Pfaffenweg ist ein historischer Flurname. Die Wege wurden früher von den Gläubigen genutzt.
Nun wurde von Bernd Heil, Geschichtsforscher aus Künzell-Bachrain, der ehemalige Pfaffenweg vom Edelzeller Weg (Höhe Nutzfahrzeuge Noll) über „die Fellen“ zum Florenberg ausgeschildert. Am Anfang und Ende des knapp 1,5 Kilometer langen Weges wurde ein entsprechendes Hinweisschild montiert.
Zur Geschichte
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts besaß Künzell keine eigene Pfarrei. Die Gemeinde gehörte zum riesigen Pfarrverband der Wehrkirche auf dem Florenberg. Die Gläubigen aus Künzell, Bachrain, Dirlos und Keulos mussten jahrhundertelang über die alten, steilen Kirch- und Prozessionswege hinauf auf den 382 Meter hohen Florenberg steigen, um die Sakramente zu empfangen. Hierfür nutzten die Gläubigen den sogenannten „Pfaffenweg“. Auch bei Überfällen von befeindeten Gruppen, wenn die Wehrtürme wie beispielsweise der ´Dicke Turm´ Alarm schlugen, nutzen die Pfarrer diesen Weg zur Flucht.
In den Fuldaer Geschichtsblättern (Zeitschrift des Fuldaer Geschichtsvereins) wurde im Jubiläumsheft in 1972 über diese Wege berichtet. Anhand von farbigen Zeichnungen aus dem Jahr 1658 (*) konnte man die Pfaffenwege erkennen. Siehe eingescannte Karte rechts.
(*) aus Stadtarchiv XVI B 1, Hut-Streitigkeiten in den Stadtfeldern nach Edelzell, 1609 - 1668 (vgl. 1969, S. 109)
Foto: Freuen sich, dass die Historie des Pfaffenweges nun dokumentiert wurde:
Diakon Wolfgang Gärtner, Pfarrer Innocent Oyibo, Christof Erb (Landkreis Fulda), Pfarrer Rudolf Liebig und Bernd Heil (von links)
Karte: Aus den Fuldaer Geschichtsblättern
Abbildung: Der Pfaffenweg in Öl von Josef Diegelmann (wurde bekannt als „Maler aus Bachrain“), verst. 2013